Einige Sätze noch zur Beendigung meines Dienstverhältnisses bei der Polizei.
Nachdem meine Ex-Kollegen teilweise in Biberacher Gaststätten herum erzählen, ich sei ein „Verräter“, möchte ich nur klarstellen, dass ich das vermutlich sogar sein muss, zumal ich öfter gegen den bei der Polizeidirektion Biberach herrschenden und über allem stehenden Korpsgeist verstieß.
Es wird dort nämlich Teamgeist gefordert, aber Korpsgeist praktiziert. Menschen, die Kanten haben, sind dort wirklich fehl am Platze, weil andere Lebensformen, als der „Mainstream“ diktiert, einfach nicht akzeptiert werden.
„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, steht da mit unsichtbarer Tinte im Leitbild geschrieben – das sie sich vor einigen Jahren aufschreiben mussten, weil sich sonst keiner an die darin festgehaltenen Selbstverständlichkeiten erinnert hätte.
Diejenigen, die mich nun als „Verräter“ bezeichnen, haben sich dann diese Leitbilder an die Wand über ihrem Schreibtisch gehängt – da, wo solche Leute eben früher die Fotos ihrer „Leitbilder“ hängen hatten…..
Mir hat man da bereits in meiner Kindheit etwas, was man Erziehung genannt hatte, angedeihen lassen, aber selbst unter meinen im Range am höchsten stehenden ehemaligen Kollegen gab es welche, die nicht mal richtig mit Messer und Gabel essen konnten und deren Allgemeinbildung sich auf die Sportart Fußball beschränkte, oder wo man was am billigsten bekommt, wenn man in Uniform hingeht…..
Ich galt schon seit Jahren als Einzelgänger und Sonderling, weil ich es irgendwann nicht mehr ausgehalten habe, bei allen Zusammenkünften, sei es nun in der Kaffeepause oder über Mittag, nur ein Thema in den Ohren zu haben: Fußball.
Wenn man sich für diese Sportart nicht interessiert hat, dann war man automatisch als zweitklassig eingestuft. Wenn man sich dann auch noch darüber aufregte, dass in früheren Zeiten ein Teil der Mannschaft regelmäßig am Montag beim Dienst fehlte, weil man sich am Sonntagnachmittag auf dem „Feld der Ehre“ die Haxen geschrammt hatte, war man sowieso unten durch.
Fußballverletzungen galten zeitweise bei manchen Vorgesetzten als „ehrenvoll“. Derjenige, der sich aufregte, dass er regelmäßig am Wochenanfang den Löwenanteil der über das Wochenende angefallenen Arbeit zu übernehmen hatte, weil die „Helden“ ihre lädierten Gehwerkzeuge auskurierten, galt als Motzer.
Bei anderen Polizeidienststellen (früher auch in Biberach) fanden Veranstaltungen statt, bei denen auch manchmal die Ehepartner dabei waren, so dass sich auch die Frauen kannten.
Irgendwann war das dann nicht mehr gewünscht, weil sich ja dann die Mitarbeiter nicht mehr so gut beobachten ließen, wenn „hörenswerte“ Themen durch Außeneinflüsse ihren Stellenwert verloren.
Es gab natürlich auch viele Kollegen - Gott sei Dank die meisten - mit denen ich mich sehr gut verstand, und die mir hinterbrachten, dass gegen mich ein „Neidklima“ herrsche.
Als ich aus dem Kreise meiner Bekannten einmal einen Posten abgeschriebener Notebooks kaufen konnte und die günstig an manche Kollegen weitergab, „gifteten“ natürlich diejenigen, für die keines abfiel.
So hatte ich durch meine privaten Bekannten Zugang zu manchen Markenartikeln aus dem Textilbereich und trug demzufolge auch nur diese höherwertige Bekleidung, was Neid entfachte (vor allem bei den Kollegen, deren beste Bekleidung sowieso die Uniform war).
Es ging gerade so weiter und irgendwann war ich der komplette Sonderling, den es natürlich abzustoßen galt.
Es ging weiter, dass eine verwirrte Person in einem weiten Umkreis von Biberach an allen möglichen Orten den Wortlaut: „Tötet Peter Rieger“ herumschmierte. Ich hatte dem früher sogar einmal das Leben gerettet, aber er hatte mittlerweile einen Hass auf die Polizei und so benutzte er meinen Namen, weil ich der einzige Polizist war, den er mit Namen kannte. Natürlich konnte man nichts machen, was mir klar war, und der Mann war auch nicht zu bestrafen, da er nicht schuldfähig war.
Mein damaliger Chef hat noch gesagt, ich solle mich nicht so haben und mir nur anstatt dem Wort „Tötet“ das Wort „Wählt“ denken – eine bessere Werbung könne ich gar nicht haben…..Vielen Dank. Wobei meine Wahl in den Gemeinderat sowieso vielen ein Dorn im Auge war. Man sollte als einfacher Polizist doch bitte nur fußballernd in der Öffentlichkeit eine Rolle spielen und in einer Stadt nicht bekannter sein als der Polizeichef…..
Man hat den verwirrten Mann übrigens auch ein halbes Jahr lang mit seinem VW-Bus, der beidseitig mit dem Wortlaut: „Tötet Peter Rieger“ und „Tötet den Polizeisatan Peter Rieger“ versehen war, in der Gegend herumfahren lassen. Der Mann stellte sein Fahrzeug gerne auf den Parkplätzen von Einkaufszentren ab, so dass es viele Leute sahen.
Ich wurde bei allen möglichen Anlässen von Bürgern darauf angesprochen, nach dem Motto: Kann die Polizei denn da nichts machen?
Die Polizei hätte da schon etwas machen können – wenn sie denn hätte wollen.
Jeder Polizeiauszubildende weiß nach relativ kurzer Zeit, dass man das mildeste Mittel hätte anwenden können, den Zustand zu beseitigen.
Man hätte also das Fahrzeug nur anzuhalten brauchen und den Fahrer zur Beseitigung des in den Fahrzeugschmutz geschriebenen Wortlautes auffordern müssen.
Ein halbes Jahr lang fuhren die Streifenfahrzeuge an dem VW-Bus vorbei und keiner rührte einen Finger…..
Nun bin ich natürlich der Nestbeschmutzer gewesen, weil ich mich mokierte und diese mir von meinen Chefs wohl zugedachte PR-Maßnahme verschmähte.
Man muss sich das vorstellen: Ich solle das Maul halten und mir das alles als Wahlpropaganda vorstellen, gottversprich, viele würden mich dann aus Mitleid wählen…..
Leute meiner Fraktion und auch honorige Leute der Stadt haben bei der zuständigen Behörde des Landratsamts angefragt, ob man da nicht irgendwie etwas machen könne, dass der Mann nicht mehr Auto fahren dürfe.
Vom Landratsamt kam dann der Bescheid, dass da vonseiten der Polizei ein entsprechender Bericht vorzuliegen habe.
Den haben die offensichtlich „vergessen“….weil sie mir die ganze Sache ja als PR-Gag zukommen lassen wollten…..
Zwischenzeitlich war ich natürlich zu einem anderen Dienstzweig umgesetzt worden, damit man mich noch besser unter Beobachtung haben konnte.
Bei diesem Dienstzweig hat man mich dann zunächst auch recht freundlich aufgenommen und irgendwann musste auch ein Jahresausflug organisiert werden. Ich habe mich zusammen mit einer Angestellten um die Organisation gekümmert und sogar noch eine Broschüre entworfen, die bei vielen Anklang gefunden hat.
Als es dann konkret auf die Abfahrt zuging, wurde ich als einzige Person von der Teilnahme ausgeladen – von höchster Stelle…..
Teilweise sprachen Kollegen von „Ausgrenzung“, als sie das mitbekommen haben – sie wurden aber dann während des Ausflugs wieder „auf Linie“ gebracht.
Es ging dann mit den Maßnahmen gegen mich weiter, indem man mich als Urlaubsvertretung auf ein Geschäftszimmer eines Dienstzweiges setzte, obwohl ich von der dortigen Arbeit und dem dort verwendeten Computerprogramm keine Ahnung hatte.
Da war mein Scheitern programmiert und deshalb ernannte man mich nun zum Sachbearbeiter für Internetbetrügereien für den ganzen Landkreis. Man setzte mich in ein Büro – ohne Computer.
Ich hätte dann immer zu einer anderen Einheit zum Schreiben müssen – die sich natürlich sehr freute, weil sie selbst zu wenig EDV hatte.
Auf jeden Fall hatte ich als derjenige, für den sich abzeichnete, dass er am meisten Vorgänge mit dem PC zu bearbeiten gehabt hätte, nicht einmal Aussicht darauf, überhaupt einen Computer zu bekommen.
Als ich mich mokierte (ich Motzer), wurde mir das als Insubordination ausgelegt und ich war nach 25 Jahren Dienstzeit in Biberach innerhalb von 5 Minuten nach Laupheim versetzt.
Solche Maßnahmen werden bei der Polizeidirektion Biberach immer dann getroffen, wenn es nicht gelingt, auf andere Art finanzielle Einschränkungen für den Betreffenden herbeizuführen.
Übrigens natürlich mit dem Einverständnis des Personalrats (dem ich bei der Polizeidirektion Biberach aber die Sinnhaftigkeit eines Parlaments in einer Militärdiktatur zuspreche).
Zum Schluss noch eine weitere kleine Merkwürdigkeit:
Ich leitete früher einmal den Polizeiposten Marktplatz. Ich war der jüngste Postenführer in Baden-Württemberg und irgendwann gab es bei der Polizei eine neue Laufbahn, die es ermöglichte, mit 40 Jahren prüfungsfrei in den gehobenen Dienst aufzusteigen.
Plötzlich war natürlich meine Stelle sehr begehrt und mit meinen damals 31 Jahren konnte ich ja diese Laufbahn nicht einschlagen. Man hat mir zwar angeboten, dass ich auf dem regulären Weg in den gehobenen Dienst aufsteigen könnte, wohlwissend, dass ich aber das erforderliche Dokument, wonach ich mit meiner landesweiten Versetzung einverstanden gewesen wäre, nicht unterschreiben würde.
Ich habe damals abgelehnt, weil ich in Biberach sesshaft war und auch bereits Wohneigentum hatte.
Jetzt mussten sie mich natürlich loskriegen. Es ging dann mit allerlei Liebesdiensten weiter.
Das Beste war, dass sie einen Kollegen aufboten, der jeden Tag lilafarbene Socken zur Uniform trug.
Bürger auf der Straße sprachen mich als seinen Vorgesetzten an, weil es ja zugegebenermaßen etwas seltsam aussah.
Ich habe den betreffenden Kollegen auch angesprochen, aber es hat ihn nicht interessiert – vermutlich war pink oder lila seine Lieblingsfarbe.
Irgendwann war es mir halt auch zu bunt, zumal dieser Kollege das demonstrativ betrieb und so wandte ich mich an meinen Vorgesetzten. Ich habe mich zwar fast nicht getraut, so eine Lächerlichkeit anzusprechen, aber nachdem es diese Art von Außenwirkung zeigte, war ich ja gefordert.
Der Vorgesetzte erwiderte dann auch, was mich anfechten würde, ihn mit so einer Nichtigkeit zu behelligen.
Ich solle das selbst regeln. Der Kollege scherte sich natürlich einen Teufel um meine Anweisung und so kam es, dass mein Vorgesetzter mich wieder ansprach, ob ich das denn nicht geregelt bekommen würde.
Ich fragte ihn, wie er das denn so bewerkstelligen würde, bekam aber keine Antwort.
Zum Schluss war dann ich der Dumme, weil mein lieber Kollege ja die entsprechende Rückendeckung hatte – wie man mir aber erst nachher sagte, als ich von der Dienststelle weg war.
Ich weiß ja nicht, wie man diese Maßnahmen, die sich da alle gegen mich gerichtet haben, nennt.
Es gibt da ein neudeutsches Wort, das alle lächerlich reden und das Mobbing heißt.
Das könne es aber nicht sein, weil es das bei der Polizeidirektion Biberach schon gar nicht geben würde (sagt natürlich die dortige führende Mobbing-Junta….).
Hauptsache, man kann sich einmal im Jahr bei der Polizeiwallfahrt auf dem Bussen mit scheinheiliger Miene vor den Kameras zeigen…..
Wenn man so lebt, wie es die zehn Gebote vorschreiben, braucht man da gar nicht hin…..
Aber manche müssen auch, vor allem viele von denen……
Zu so viel Scheinheiligkeit fällt mir nur ein:
Bedenke nur, ob du der Christ,
für den du dich ausgibst,
auch wirklich bist…..
Ach ja, noch was:
Vor einigen Jahren war in einer Gewerkschaftszeitung von einer „neuen“ Krankheit die Rede, einer Traumatisierung, wie sie nur bei Polizeibeamten vorkommt, und die man natürlich mit einem entsprechenden Namen bezeichnete, dem „Cop-Shock“.
Ich habe mich bemüßigt gefühlt, den wirklichen Cop-Shock zu erklären und ich habe diese Erklärung, wie ich sie unten noch einmal beigefügt habe, auf meiner Webseite ins Internet gestellt.
Nach und nach bekam ich von Leuten die Rückmeldung, dass der Artikel landesweit kursieren würde und auch an vielen schwarzen Bretten auf Dienststellen aufgetaucht sei – aber ganz schnell wieder gefehlt habe…..
Damals haben mir viele Kollegen landesweit per E-Mail beigepflichtet – aber natürlich auch angedeutet, was auf mich zukommen würde. Ich habe das ja gewusst – aber wahrhaftig bleiben möchte ich halt schon!
Also hier noch einmal mein Artikel zum Cop-Shock:
Mit diesem Begriff wird etwas neumodisch bezeichnet; etwas, was den Polizeiberuf seit eh und je prägt, und etwas, mit dem jeder auf seine Art fertig zu werden hatte.
Früher waren es die teilweise exzessiv betriebenen „Ausgleichsmaßnahmen“, wie Sport und Saufen (SS); therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen hieß „Klapse“ und ordnete jemanden, der den Mut dazu hatte, sogleich in die entsprechende Schublade ein. Schwäche zu zeigen bedeutet Karrierestopp – und dies ist immer noch so, da helfen alle Angebote und Leitbilder nichts.
Es wird bei der Polizei leider jedes Jahr irgendein neues Schwein durchs Dorf getrieben – was vorher war, ist vergessen, da es ja bereits als Erfolgsmaßnahme „nach oben“ gemeldet wurde, kurz, es geht immer gleich weiter, wie vorher.
Der wahre „Cop-Shock“ kommt nicht mehr von außen, nein, den bekommen wir alle mittlerweile von innen verpasst. Überall sitzen kleine Sonnenkönige, die ihrer Karriere willen, etwas „nach oben“ melden wollen und die „unten“ nur noch interessiert, wenn „oben“ einen neuen Schweinetrieb anordnet!
Diese unmögliche Art, polizeiliche Arbeit, also vielfach die Arbeit mit und für den Menschen registrierbar zu machen, hat vieles vom internen „Cop-Shock“ bewirkt.
Arbeit muß registrierbar sein, also bleibt der nichtregistrierbare Teil auf der Strecke.
Wie kann man eine Auskunftserteilung, ein am Straßenrand geführtes Bürgergespräch, eben den Teil des Berufes, wegen dem viele von uns Polizisten geworden sind, registrierbar machen? Der Bürger erwartet, dass man zuhört und hilft. Wenn man das dann getan hat und einem zum Dank ein selbstgebackener Kuchen auf die Dienststelle gebracht wird, dann sollte man noch beleidigt
ablehnen.
Solche Situationen waren früher die Ausgleichsmaßnahmen gegen den Cop-Shock, eben das Gute am Beruf, das das Schlechte ausglich und Zufriedenheit schaffte.
Das Lob der Bürger hat immer schon viel bewirken müssen, weil von innen nichts mehr kommt – auch eine Art Cop-Shock, wenn man vor lauter Programme machen und Aktionen starten nicht mehr dazu kommt, mit den eigenen Leuten zu reden.
Die heutige Tretmühle zwingt vielfach zum anonymen Vorbeifahren am Bürger – Information gewinnt man heutzutage bevorzugt durch Handy-Denunziation und leider nicht mehr durch Direkt-Konversation.
Eine Reorganisation hat bewirkt, dass man die Beletage jeder Polizeidirektion mit T-Trägern verstärken muss, dass sie nicht hinunterbricht, weil die kreative Gruppe der Marathon-Besprecher und E-Mail-nach-unten-Weiterleiter immer größer wird.
Jeder kleine Polizist bekommt heute neben seiner täglichen Arbeit noch an die 30 E-Mails dieser kreativen Gruppierung – abends haben sich freilich viele dieser wichtigen Schreiben erledigt, weil sie über den Tag auf unzähligen Besprechungen ihres Sinnes beraubt wurden…..
Kleine Polizeidienststellen, die den Bürgerkontakt gewährleisteten, schließt man, weil die nicht vorhandene Kriminalität ihren Fortbestand nicht rechtfertigte.
Dass ausbleibende Kriminalität vielleicht die Frucht ständiger Präsenz vor Ort ist, sieht man nicht. Dass so manche Anzeige nicht geschrieben werden musste, weil es durch ein gutes Gespräch nicht zur Tat kam, wird vergessen. Was man verhindert hat, kann man nicht sehen/registrieren/nach oben melden, und ist demzufolge auch nichts wert.
Nach der Kriminalstatistik wird zugeteilt – je krimineller ein Ort ist, desto mehr Polizisten und Streifenwagen gibt es.
Wo also nichts passiert, wird die Polizei abgemagert, dann hat man eine Weile lang etwas gespart. Wenn dann lange keine Polizei da war, passiert wieder was und man kann anhand der Kriminalstatistik wieder aufrüsten.
Dann aber sollte wieder auf einen Schlag die ganze Sache laufen und es werden in aller Eile blutjunge Kommissare herangebildet und mit ihrem immensen Erfahrungspotenzial auf die Menschheit losgelassen, so dass auch die automatisch zu ihrem (mittelbaren) Cop-Shock kommt.
Bei der Bundeswehr schickt man 54-jährige nach manchmal 25-jährigem Kasernen-Gammeldienst in Pension, während man Polizisten die Lebensarbeitszeit anhebt.
Klar, in einer Kasernen-Schreibstube kann man nicht bis 60 sitzen, aber jugendlichen Straftätern nachrennen, das geht auch noch mit 62…….
Manchmal überlegen wir „kleinen Polizisten“ uns schon, wem es eigentlich nützt, dass die Polizei schrumpft und an der Sicherheit gespart wird. Sicher nicht dem anständigen Bürger, der für die von ihm bezahlten Steuern immer weniger Sicherheit bekommt. Wem also nützt so etwas – doch nur denen, die außerhalb des Gesetzes stehen.
Wo stehen also diejenigen, die denen zuarbeiten? Die Erkenntnis, die man daraus gewinnt, verursacht einen viel größeren Cop-Shock, als der ist, mit dem man bei der Wahl dieses Berufes sowieso zu rechnen hat.
Viele von uns haben immer gedacht, dass für den Polizisten die Gefahr von vorne kommt und einem der Rücken freigehalten wird. Das ist nicht mehr so; heute gibt es viele Pikeure im Rücken der Leute, die an vorderster Front ihren Dienst tun…….
Ob ich mir solch Schrifttum erlauben könne, fragte mich süffisant einer der Pikeure.
Ich glaube nicht, habe ich geantwortet, aber einer muss ja mal ehrlich sein - und es ist bekanntlich nicht möglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandes Bart zu sengen.
Peter Rieger
Man kann sich ja gut vorstellen, dass es nach diesem Schreiben munter da weiterging, wo ich oben schilderte…..
Jetzt versuchen sie, den Spieß umzudrehen…..aus dem Mobbing-Center erreicht mich die Nachricht, dass einer der Vorgesetzten, die weniger Polizist als Fußballfunktionäre sind, den Inhalt meiner Webseite über die Gänge posaunt.
Übrigens genau derjenige, der den Bericht an das Landratsamt erst viel zu spät geschrieben hat.
Man hat mich auch noch durch die Blume darauf hingewiesen, dass ich den Ruf der Polizei schädigen würde….ich?
Wer organisierte in seiner Dienstzeit ganze Organisationen, hatte den E-Mail-Verkehr ganzer Parteikader auf seinem Dienst-PC, verkaufte Modellautos zu hunderten über den ganztägig geöffneten Versteigerungs - Account auf seinem Bürorechner, wer ging grundsätzlich während der Dienstzeit zum Friseur (Haare wachsen auch im Dienst….), wer fährt täglich mit Dienstwagen zum Essenholen…..wer leert jeden Morgen das Postfach ganzer Floz-Orgas?
Ich, nur ich.
Ich war das natürlich auch, der eine Angestellte am Kopiergerät antraf, als die Frau sich gerade, weil sie keinen Kopierer daheim hatte, einen Befund des Frauenarztes kopierte. Freilich war auch ich es, der der Angestellten die Kopie aus der Hand nahm, sie am langen Arm über meinen Kopf hielt und den Befund genüsslich vorlas – während sich die Angestellte verzweifelt und vergeblich danach reckte.
Komisch nur, dass diese Angestellte nachher zu mir kam und weinte, ausgerechnet zu mir, dem übelsten Beamten der Polizeidirektion…..später hat sie den Dienstzweig auch verlassen und jetzt geht es ihr wieder besser.
Wie gesagt – ich war natürlich alles!